Strafrecht

Strafrecht - Allgemein

Eine Strafverteidigung kann in vielen Lagen des Verfahrens beginnen. Im Allgemeinen gilt aber: Umso früher man professionell verteidigt wird, desto besser. Dies gilt unabhängig davon, ob die Verteidigung auf einen Freispruch abzielt, eine möglichst milde Strafe erzielt werden soll oder das Verfahren zur Einstellung gebracht werden soll.

Umso früher die Verteidigung beginnt, desto mehr Zeit bleibt bis zur Hauptverhandlung oder in manchen Fällen gilt auch, je früher die Verteidigung beginnt, umso mehr Zeit bleibt, um eine Hauptverhandlung zu verhindern!

Der Verteidiger kann etwa einen Täter-Opfer-Ausgleich herbeiführen, eine Schadenswiedergutmachung in die Wege leiten oder aushandeln, es kann zur weiteren Tataufklärung beigetragen werden… Aber auch im Falle einer Verteidigung mit dem Ziel, einen „Freispruch“ zu erzielen, ist es zum Beispiel notwendig, ausreichend Zeit zu haben, entlastende Beweise zu sammeln.

All dies sind Dinge, die sich für den Mandanten später positiv auswirken können oder teilweise sogar zwingend vom Gericht strafmildernd berücksichtigt werden müssen.

All dies sind Dinge, die für alle Ermittlungsverfahren gleichsam gelten, ob im Jugendstrafrecht, im Betäubungsmittelstrafrecht, im Verkehrsstrafrecht, im Wirtschaftsstrafrecht oder etwa bei Betrug, Diebstahl, Körperverletzung oder Raub.

Bei uns in der Kanzlei ist Rechtsanwalt Yorck Fratzky für Ihre kompetente Strafverteidigung zuständig. Seit 2005 konnte er auf dem Gebiet der Strafverteidigung Erfahrungen sammeln und ist seit dem 27.06.2012 Fachanwalt für Strafrecht. Auch während seiner Ausbildung hat er zuvor bereits in einer Vielzahl von Verfahren für die Staatsanwaltschaft Karlsruhe die Anklage in der Hauptverhandlung vertreten und kennt somit auch die Sicht- und Arbeitsweise der Ermittlungsbehörden.


Jugendstrafrecht

Rechtsanwalt Fratzky hat in den vergangenen Jahren neben der Verteidigung von Erwachsenen, auch eine große Erfahrung im Bereich der Verteidigung von Jugendlichen und Heranwachsenden sammeln können.

Hier gelten zusätzlich besondere Regeln. Aber auch hier gilt der allgemeine Grundsatz: Umso früher die Verteidigung beginnt, desto mehr Zeit bleibt bis zur Hauptverhandlung oder in manchen Fällen gilt auch, je früher die Verteidigung beginnt, umso mehr Zeit bleibt, um eine Hauptverhandlung zu verhindern!

Im Jugendstrafrecht wird unterschieden:

  1. Zwingend Jugendstrafrecht ist anzuwenden, wenn jemand das 14. Lebensjahr vollendet hat, jedoch noch nicht das 18. Lebensjahr.
  2. Bei sog. Heranwachsenden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, jedoch noch nicht das 21. Lebensjahr muss unter anderem anhand der Reife und der Entwicklung und der Art des Delikts in jedem Einzel entschieden werden, ob noch Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt oder ob bereits die Anwendung von Erwachsenen-Strafrecht erfolgt.

Die Unterscheidung zwischen Jugend- und Erwachsenen-Strafrecht ist deshalb vorgesehen, da die Zielrichtung eine ganz andere ist:

  • Erwachsenen-Strafrecht soll primär den Täter für das begangenen Unrecht bestrafen
  • Jugendstrafrecht soll primär den Jugendlichen erziehen, damit er lernt, sich zukünftig straffrei zu verhalten. Dies ist deshalb so wichtig, da jeder Jugendliche auf die eine oder andere Weise auf dem Weg zum Erwachsensein einen Entwicklungsprozess durchläuft und demjenigen, der hierbei auf „die schiefe Bahn“ gerät, durch das Jugendstrafrecht geholfen werden soll, wieder auf den „richtigen Weg“ zu kommen und zukünftig auch dort zu bleiben.

Das Jugendstrafrecht bietet neben der im Erwachsenen-Strafrecht zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Geldstraffe und der Freiheitsstrafe deshalb auch noch andere Möglichkeiten, wie etwa

  • das Ableisten von Sozialstunden
  • der Auflage eines sozialen Trainingskurses oder eines Antiaggressionstrainings
  • der Auflage sich um einen Schulabschluss zu bemühen
  • die Möglichkeit der Verhängung von bis zu 4 Wochen Freizeitarrest als Vorstufe zur Jugendstrafe, damit der Jugendliche als letzte Warnung erfahren kann, wie es ist, eingesperrt zu sein.

Dies sind nur einige der zahlreichen und flexiblen Möglichkeiten der Möglichkeiten des Jugendstrafrechts.

Deshalb sind im Jugendstrafrecht insbesondere die zwingenden Strafrahmen des Erwachsenen-Strafrechts nicht anwendbar.

Beispiel: Ein Erwachsener geht auf eine andere Person zu, schwingt drohend einen Baseballschläger in der Hand, den er jedoch nicht einsetzt und entreißt ihr die Handtasche. Er begeht damit einen schweren Raub unter Mitführung eines gefährlichen Werkzeuges. Das Gesetz sieht hier für den Erwachsenen eine Mindest-Freiheits-Strafe von 3 Jahren vor. Eine Bewährungsstrafe – die nur bis zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren überhaupt möglich ist – kommt beim erwachsenen Täter einer solchen Tat von vornherein damit überhaupt nicht mehr in Betracht.

Wird dieselbe Tat von einem Jugendlichen begangen, dann kann das Gericht auf Grund der Anwendung von Jugendstrafrecht auch eine andere Strafe verhängen, etwa 2 Jahre Jugendstrafe auf Bewährung und dem Jugendlichen als Bewährungsauflage etwa einen Antiaggressionskurs auferlegen.


Verkehrsstrafrecht

Was tun, wenn man beim Einparken ein anderes Fahrzeug beschädigt hat und dem größten Trugschluss der Nation „aufgesessen“ ist, dass es ausreichend sei, einen Zettel mit seinem Namen und seiner Adresse an die Windschutzscheibe des anderen Fahrzeuges zu hängen und dann plötzlich die Mitteilung erfolgt, dass gegen einen ein Ermittlungsverfahren wegen Unfallflucht eingeleitet worden ist?

Was tun, wenn bei einem Verkehrsunfall der andere Verkehrsteilnehmer verletzt worden ist und nun nicht nur die eigene Haft-Pflicht-Versicherung den Schaden fast unbemerkt zivilrechtlich reguliert, sondern dann plötzlich die Mitteilung erfolgt, dass gegen einen ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden ist?

Was tun, wenn man von der Polizei beim Autofahren angehalten worden ist und das Alkoholmessgerät hat über 1,1 Promille angezeigt und es wird nun gegen einen ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet?

Auch in diesen Fällen kann im Vorfeld der Hauptverhandlung Vieles getan werden, um das Strafmaß zu mildern, versucht werden, ein Verfahren zur Einstellung zu bringen oder von vornherein im Falle des drohenden Entzuges der Fahrerlaubnis das Ziel im Auge gehalten werden, die Fahrerlaubnis so schnell wie möglich wieder erlangen zu können. Letzteres kann etwa auch nach einer Verurteilung wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr mit der Verhängung einer Sperrfrist bis zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis durch einen Antrag auf Abkürzung der verhängten Sperrfrist erfolgen.

Der Verteidiger kennt diese Möglichkeiten und diese können je nach Lage des Einzelfalls angewendet werden.


Haftsachen

In Fällen, in denen jemand verhaftet wird, gelten noch einmal besondere Regeln. Meistens sind es Angehörige, Freunde und Verwandte, die in solchen Fällen nach einem Verteidiger suchen. Deshalb möchten wir hier auch genau sie an dieser Stelle ansprechen.

Oberstes Gebot ist in solchen Fällen, Ruhe zu bewahren, auch wenn dies schwer fällt, und den Verteidiger die notwendigen Schritte einleiten zu lassen. Dem Verteidiger kommt in solchen Fällen streng genommen noch eine zweite Rolle zu, die des Psychologen. In der Untersuchungshaft ist der Verteidiger meist der erste Ansprechpartner des frisch Verhafteten, der sich meist in einer psychischen Ausnahmesituation befindet. Dies gilt natürlich auch für Freunde und Angehörige. Umso wichtiger ist es, von Anfang an, Ruhe zu bewahren!

Über die Homepages der Justizvollzugsanstalten http://www.service-bw.de/zfinder-bw-web/authorities.do?bhid=928&letter=J können sich Angehörige darüber informieren, was man dem Untersuchungshäftling in die JVA schicken darf – insbesondere Kleidung – , wie man eine Besuchserlaubnis erhält, wann die Besuchszeiten sind etc. Auch dies kann im Einzelfall der Verteidiger erklären.

Wichtig ist in Haftsachen, daß der Verteidiger zeitnah nach der Verhaftung tätig werden kann, vielleicht schon bei dem maximal 24 Stunden nach der Verhaftung zwingend notwendigen Termin beim Haftrichter den Mandanten zur Seite stehen kann.

In dringenden Fällen können Sie Rechtsanwalt Fratzky jederzeit auch außerhalb der Bürozeiten und am Wochenende per Email fratzky@rahofmannschoepfle.de kontaktieren. Diese wird Herrn Rechtsanwalt Fratzky direkt auf das Mobiltelefon umgeleitet. Bitte geben Sie in der Email unbedingt eine Telefonnummer und Ihren Namen an, damit Rechtsanwalt Fratzky sich dann zeitnah bei Ihnen melden kann.